Inhalt
Wie wirksam sind COVID-19-Impfstoffe im Alltag? Helfen Sie der Forschung!
  • Digital Health
  • Frauengesundheit

Weibliche Gesundheit: Zyklus-Apps im Test

Femtech im Alltag

Menstruationskalender digital – Periode und fruchtbare Tage berechnen

Zyklus-Apps sind praktisch und daher bei vielen Anwenderinnen beliebt. Egal ob fĂŒr Android oder iOS, das Angebot ist mittlerweile kaum zu ĂŒberblicken. Dabei dienen sie vor allem einem Zweck: Den eigenen Körper besser kennenzulernen.

Die Periode wird in einem digitalen Kalender festgehalten und kann somit ĂŒber einen langen Zeitraum hinweg gut beobachtet werden. ZusĂ€tzlich versorgen manche Apps Nutzerinnen mit Tabellen sowie Statistiken und berechnen den Beginn des nĂ€chsten Zyklus. DarĂŒber hinaus arbeiten einige Menstruationskalender mit der Messung der Körpertemperatur nach dem Aufwachen - der sogenannten Basaltemperatur - sowie der Beobachtung des Zervixschleims. Auch Informationen zu Symptomen wie BauchkrĂ€mpfe, dem PrĂ€menstruellen Syndrom (PMS) oder Stimmungsschwankungen können hinterlegt werden. Andere Lösungen nutzen Sensortechnologie, um anhand von Vitalwerten fruchtbare Tage vorauszusagen. [1]

Wie sicher sind Eisprungkalender und Zyklus-Apps?

Da die meisten Zyklusrechner den Eisprung und das Einsetzen der Periode mathematisch berechnen, ist Vorsicht geboten. Wer seinen Zyklus beobachten möchte, fĂŒr den ist das völlig ausreichend. Auch fĂŒr die Schwangerschaftsplanung können manche Apps hilfreich sein. Problematisch wird es allerdings, wenn ein Periodentracker zur alleinigen VerhĂŒtung verwendet wird. Denn durch Stress, Medikamenteneinnahme oder anderen UmstĂ€nden kann sich der Zeitpunkt des Eisprungs verschieben.

Stiftung Warentest: Viele digitale Menstruationskalender mangelhaft

Wenn es um die Genauigkeit der Zyklus-Apps geht, zeigt das Ergebnis von Stiftung Warentest, dass viel Verbesserungspotenzial besteht.[2] Getestet wurden 23 Perioden-Apps, die meisten davon stehen kostenlos zum Download zur VerfĂŒgung. Nur zwei davon erhielten die Gesamtnote “gut”. Die Schwachstelle der als mangelhaft eingestuften Eisprung-Apps ist ihr Berechnungssystem. Das Einsetzen der Periode und der Eisprung werden - oft Monate im Voraus - rein mathematisch bestimmt.

Fruchtbare Tage und das Einsetzen der Regelblutung lassen sich aber in den wenigsten FĂ€llen anhand von Durchschnittswerten bestimmen. Die persönliche Lebenssituation jeder Frau kann den Zyklus beeinflussen. Das heißt, dass nicht nur die ZykluslĂ€nge zwischen 25 und 35 Tagen schwanken, sondern auch der Zeitpunkt des Eisprungs beachtlich variieren kann. Verlassen sich Paare beim Thema VerhĂŒtung zu sehr auf die verwendete App, kann dies ungewollt zu Überraschungen fĂŒhren.[3]

“Gut” bewertete Apps setzen auf Zervixschleim und Basaltemperatur

Was machen die als “gut” eingestuften Eisprungrechner nun anders? Anstelle mathematischer Berechnungen wird hier die symptothermale Methode genutzt. Das Eintragen der Basaltemperatur sowie Beobachtungen zum Zervixschleim sind dafĂŒr grundlegend.

Fruchtbare Tage Ă€ußern sich durch klaren und flĂŒssigen Schleim. Wird dieser zĂ€h, so bedeutet dies das Ende der fruchtbaren Phase. Am Anfang benötigt diese Methode sicherlich etwas Übung. Dennoch ist sie fĂŒr eine zuverlĂ€ssige Auswertung des Zyklus unverzichtbar.

FĂŒnf Zyklus-Apps im Überblick

Periodentagebuch oder natĂŒrliche Familienplanung (NFP) - welche der digitalen Hilfsmittel ĂŒberzeugten Nutzerinnen oder Tester? Nachfolgend erfahren Sie mehr ĂŒber fĂŒnf Apps, die bei Nutzerinnen besonders beliebt sind und in Tests positiv bewertet wurden.

VerhĂŒtungs-App Lady Cycle

Egal ob VerhĂŒtung, Kinderwunsch oder Schwangerschaft - Lady Cycle schaffte es bei Stiftung Warentest Deutschland nach ganz oben. Die App bestimmt mithilfe der symptothermalen Methode die fruchtbaren Tage. Jeden Zyklus aufs Neue hilft sie Nutzerinnen dabei, Angaben zu ihrer Basaltemperatur oder der Beschaffenheit ihres Zervixschleims gezielt in der Anwendung einzutragen. Entwicklungen können so langfristig nachvollzogen werden.

Die Hauptfunktionen von Lady Cycle sind:

  • Die Bestimmung der hochfruchtbaren Tage erhöht Chancen fĂŒr eine EmpfĂ€ngnis
  • Beobachtung und Erfassung von Symptomen in der Schwangerschaft
  • ZusammenhĂ€nge zwischen Körper und mentalem Zustand können beobachtet werden
  • Handbuch zur NFP, Tutorials und Referenzen sind Bestandteil der App

Die Basisversion ist kostenlos, jedoch bisher nur fĂŒr Android erhĂ€ltlich. In der Premium-Version werden Zusatzfunktionen nutzbar. Dazu zĂ€hlen unter anderem persönliche Statistiken und Analysen des Zyklus sowie des körperlichen und mentalen Wohlbefindens, PrioritĂ€t bei Supportanfragen und eine ĂŒbersichtlich illustrierte Auswertung der Zyklen.[4]

Menstruationskalender Clue

Die Menstruations-App Clue gibt Nutzerinnen einen Überblick darĂŒber, wann sie voraussichtlich ihre Periode bekommen werden. DarĂŒber hinaus können in der Anwendung zusĂ€tzliche Daten wie beispielsweise die Schlafdauer, Angaben zur Stimmung sowie der VerhĂŒtung hinterlegt werden.

Clue hat folgende Hauptfunktionen:

  • Periodentracking und Vorhersage der nĂ€chsten drei Perioden
  • Pillen-Erinnerungen
  • Aufzeichnung der Basaltemperatur und Vorhersage der fruchtbaren Tage
  • Besseres VerstĂ€ndnis des eigenen Zyklus: Personalisierte Analysen und berechnete Durchschnittswerte von Menstruationszyklen

Die Basisversion kann kostenlos auf dem Smartphone installiert werden.[5]

Eisprungrechner Flo

Die Menstruations-App Flo bietet vielfÀltige Funktionen und erhielt sowohl im Apple App Store als auch im Google Play Store sehr gute Bewertungen.

Die Hauptfunktionen von Flo sind:

  • Gesundheitsassistent durch Ratgeber-Funktionen bei Fragen zur Haut oder Schlaf
  • Perioden- und Ovulationsvorhersagen, die auf kĂŒnstlicher Intelligenz (KI) basieren
  • TĂ€gliche Gesundheitsinformationen
  • Hilfreiche Funktionen wĂ€hrend und nach der Schwangerschaft: Bildmaterial und Artikel von medizinischen Experten sowie Aufzeichnung der Entwicklung des Babys
  • Verwenderinnen können sich bei Fragen in der Community unterstĂŒtzen

Auch diese Perioden-App kann kostenlos heruntergeladen werden.[6]

Zykluskalender-App Ovy

Ovy setzt auf schlichtes Design und einen guten Überblick der ZykluslĂ€nge. Dazu bietet Ovy ein Basalthermometer als ergĂ€nzendes Produkt zum Kauf an. Das tĂ€gliche Messen der Basaltemperatur hilft dabei, die fruchtbaren Tage genauer festzustellen und unterstĂŒtzt so bei der Planung einer Schwangerschaft.[7]

Ovy bietet folgende Hauptfunktionen:

  • Schwangerschaft planen und Monatszyklus verfolgen
  • Auswertung nach symptothermaler Methode
  • Erfassung wichtiger Körpersignale, Temperatur und Störfaktoren
  • Verwenderinnen können ihre Daten mit Partner in eigener Zyklus-App teilen
  • Weitere Produkte wie das Ovy Bluetooth Basalthermometer erleichtern die Aufzeichnung der Aufwachtemperatur

Die Ovy-App kann bei Android und iOS kostenlos genutzt werden.

Fruchtbarkeits-Armband Ava

Der Ava Fruchtbarkeits-Tracker 2.0, ein Wearable mit dazugehörender Zyklus-App, nutzt Sensortechnologie kombiniert mit wissenschaftlichen Daten, um die fruchtbaren Tage in Echtzeit festzustellen. GrundsĂ€tzlich besteht an sechs Tagen innerhalb eines Zyklus die Chance, schwanger zu werden. Mittels eines Algorithmus wertet Ava wichtige Parameter wie Hauttemperatur, Ruhepuls, Durchblutung, HerzfrequenzvariabilitĂ€t sowie Atemfrequenz aus und ermittelt anhand eines klinisch getesteten Verfahrens fĂŒnf der fruchtbaren Tage.

Die Hauptfunktionen des Ava Fruchtbarkeits-Trackers 2.0 sind:

  • Verfolgen der Zyklusentwicklung
  • Aufzeichnung von fĂŒnf physiologischen Anzeichen fĂŒr Fruchtbarkeit
  • FĂŒnf von sechs fruchtbaren Tage werden ermittelt, um Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen
  • Vitalwerte können wĂ€hrend der Schwangerschaft nachvollzogen werden

Die Ava-App ist kostenlos bei Android und iOS verfĂŒgbar. Sie funktioniert jedoch nur in Kombination mit dem Ava Fruchtbarkeits Tracker 2.0, der nicht kostenlos erhĂ€ltlich ist.[8]

Die passende Zyklus-App auswÀhlen

“Wozu soll die App langfristig dienen?” Diese Frage sollten sich Nutzerinnen im Vorfeld stellen, um fĂŒr sie geeignete Funktionen zu finden. Sie sollten jedoch auch genau prĂŒfen, welches VerstĂ€ndnis App-Anbieter von Datenschutz und PrivatsphĂ€re hinsichtlich der Nutzungsdaten vertreten und abgleichen, ob dies mit ihren eigenen Vorstellungen ĂŒbereinkommt. Wer dies fĂŒr sich beantworten kann, bekommt so im besten Fall nicht nur einen hilfreichen Begleiter im Alltag, sondern hat auch die Chance seinen Körper und Zyklus langfristig besser kennenzulernen und die eigene Gesundheit aktiv zu verfolgen.[9][10][11]

Die Inhalte dieses Artikels geben den aktuellen, wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch kann der Artikel keine medizinische Beratung und Diagnose ersetzen. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Allgemeinarzt.

Verwandte Artikel

Digitale Lösungen können der Forschung helfen

Zyklusstörung nach Corona-Impfung

  • Coronavirus
  • Digital Health
  • Forschung & Studien
  • Frauengesundheit

Es haben sich zuletzt Berichte darĂŒber gemehrt, in denen eine Corona-Impfung bei Frauen zu Zyklusstörungen gefĂŒhrt habe. Alles nur GerĂŒchte? Hier erfahren Sie, den aktuellen Stand der Forschung.

Die Wissenschaft stĂ€rkt digitalen AnsĂ€tzen zunehmend den RĂŒcken

ErnÀhrungs-Apps im Vergleich

  • Digital Health
  • Forschung & Studien
  • Gesunder Lebensstil

Gute Gesundheit hĂ€ngt maßgeblich davon ab, wie wir uns ernĂ€hren. Zahlreiche Apps versuchen, dies zu erleichtern. Hier erfahren Sie, was die verschiedenen Apps können und worauf Sie achten sollten.

Was die elektronische Patientenakte in 2021 bringt

Die ePA kommt!

  • Digital Health

2021 startet mit einem Meilenstein: Denn die EinfĂŒhrung der elektronischen Patientenakte ist nicht nur ein Erfolg fĂŒr die digitale Medizin. Sie gibt Menschen mehr Wissen ĂŒber ihre Gesundheitsdaten.

Mit Ihrer Einwilligung analysieren wir Ihre Nutzung zur Verbesserung der Website. Wenn Sie in die Übermittlung von Analysedaten einwilligen möchten, klicken Sie bitte auf „Akzeptieren”. Sie können die Website auch ohne Einwilligung in die Analyse Ihrer Nutzung nutzen. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Wir gestalten digitale Gesundheit.