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Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft

Empfehlungen und Risiken zur Keuchhustenimpfung bei Schwangeren

Keuchhusten, auch Pertussis genannt, ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionserkrankung, die zu starken HustenanfĂ€llen fĂŒhren kann. Gerade fĂŒr SĂ€uglinge kann eine Ansteckung gefĂ€hrlich werden. Doch es gibt Abhilfe: So hat die Keuchhusten-Impfung ihren festen Platz im Impfkalender der STIKO. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Informationen zusammengefasst, damit Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch das Thema konstruktiv und gut informiert angehen können.

1. Wird eine Impfung gegen Keuchhusten fĂŒr Schwangere empfohlen?

Die Impfung gegen Keuchhusten ist fĂŒr alle Menschen fester Bestandteil des Impfkalenders. Gerade fĂŒr Schwangere ist die Impfung jedoch besonders wichtig [1].

Demnach erfolgt die Grundimmunisierung gegen Keuchhusten bereits ab dem Alter von 2 Monaten. Auffrischimpfungen sind dann zweimalig im Kindes- und einmalig im Erwachsenenalter angedacht [1]. 

Bei Schwangeren ist jedoch eine zusÀtzliche Keuchhusten-Impfung empfohlen. Grund ist, dass der Impfschutz bei Pertussis mitunter rasch nachlÀsst und man daher an dieser Stelle kein unnötiges Risiko eingehen möchte [2].

Weitere Empfehlungen der STIKO finden Sie in unserem Artikel Impfungen und Schwangerschaft.

1.1. Nestschutz fĂŒr das Neugeborene

Dabei geht es Ärzt:innen – neben dem Schutz der Schwangeren – vor allem auch um den Schutz des Neugeborenen bzw. SĂ€uglings. Denn in den ersten Lebenswochen und -monaten verfĂŒgen Kinder noch ĂŒber kein ausgereiftes Immunsystem. Jedoch kommt hier der sogenannte „Nestschutz” zum Tragen [1]. 

So können Antikörper der Mutter zunĂ€chst ĂŒber Plazenta und Nabelschnur und spĂ€ter ĂŒber die Muttermilch zum Baby gelangen. Damit kriegt das unreife, kindliche Immunsystem genau die UnterstĂŒtzung, die es braucht. Grundlage ist jedoch, dass die Mutter ĂŒberhaupt ĂŒber besagte Antikörper verfĂŒgt. Und genau das macht die Keuchhusten-Impfung bei Schwangeren so wichtig [1].

Die Impf-Empfehlung gilt dabei fĂŒr alle Schwangeren, unabhĂ€ngig davon, ob sie zuvor bereits gegen Keuchhusten geimpft worden sind. Bei der Impfung wird zudem ein inaktivierter Impfstoff, also ein Totimpfstoff („Tdap-Impfstoff”) verwendet. Dies bedeutet, dass die Impfung fĂŒr Mutter und Kind – anders als bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen – unbedenklich ist [1].

2. Der beste Zeitpunkt fĂŒr die Keuchhusten-Impfung fĂŒr Schwangere

2.1. Bis wann ist die Impfung möglich?

Die Keuchhusten-Impfung wird fĂŒr Schwangere zu Beginn des dritten Trimenons empfohlen. Genauer gesagt ab der 28. Schwangerschaftswoche. Dieser Zeitpunkt gewĂ€hrleistet, dass ĂŒber den Nestschutz reichlich Keuchhusten-Antikörper von der Mutter an das Kind „weitergegeben” werden – noch ehe das Kind geboren ist und mit dem Erreger in Kontakt kommen kann [1].

Zu einem frĂŒheren Zeitpunkt ist die Keuchhusten-Impfung bei Schwangeren jedoch nicht sinnvoll. So konnte in Studien gezeigt werden, dass Babys nur eine unzureichende „Pertussis-spezifische Antikörperkonzentration” im Nabelschnurblut aufwiesen, wenn die Schwangeren-Impfung noch frĂŒher erfolgte [3].

2.2. Sonderfall bei der Impf-Empfehlung fĂŒr Schwangere

Eine Ausnahme besteht, sollte bei einer Schwangeren ein erhöhtes FrĂŒhgeburtsrisiko bestehen. In diesem Fall wĂ€re die Impfung bereits im 2. Trimenon sinnvoll – um ebenfalls genĂŒgend Zeit zur Antikörperbildung vor der Geburt zu garantieren. Dies sollte im Einzelfall mit den behandelnden Ärzt:innen besprochen werden [2].

Auch wichtig: Ist die Keuchhusten-Impfung aus irgendeinem Grund nicht wie empfohlen wÀhrend der Schwangerschaft erfolgt, sollte die Impfung der Mutter zumindest nach der Geburt nachgeholt werden. Dies sollte dann innerhalb der ersten Tage nach der Geburt passieren [1].

Zwar ist dieses Szenario weniger ideal als die Impfung zu Beginn des dritten Trimenons. Dennoch ist das Pertussis-Risiko fĂŒr Neugeborene damit immer noch wesentlich geringer, als wenn gar keine Impfung durchgefĂŒhrt wird [1].

Die Antikörper wĂŒrden in diesem Fall zeitlich leicht verzögert und dann ausschließlich ĂŒber die Muttermilch an das Baby „weitergegeben” werden [1].

3. Die Risiken bei einer Keuchhusten-Impfung bei Schwangeren

3.1. Nebenwirkungen

Die Keuchhusten-Impfung ist seit vielen Jahren bewÀhrt und wurde ausgiebig in Studien untersucht. Eine Impfung wÀhrend der Schwangerschaft ist dabei genauso sicher wie eine Impfung bei nicht-schwangeren Personen [3].

Dementsprechend kann es zwar zu Nebenwirkungen kommen. Diese sind jedoch komplett harmlos und umfassen gewöhnliche lokale Impfreaktionen wie Rötungen, leichte Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle [3].

Auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, Muskel- und Gliederschmerzen oder Fieber können vorkommen. Diese verschwinden aber bereits nach wenigen Tagen wieder [3].

3.2. Risiko fĂŒrs Baby

Es ist wichtig zu betonen, dass weder in zahlreichen Beobachtungsstudien noch in klinischen Verlaufsberichten negative Auswirkungen der Keuchhusten-Impfung fĂŒr die Schwangerschaft oder das Neugeborene festgestellt wurden [3].

Die Impfung ist daher als bewÀhrt, gut untersucht und insgesamt sicher zu betrachten. Zumal der durch die Impfung erreichte Schutz keineswegs trivial ist [3]:

Denn Keuchhusten-Erkrankungen sind mit etwa 12.000 jĂ€hrlich ans Robert Koch-Institut gemeldeten FĂ€llen ausgesprochen hĂ€ufig. Das Risiko fĂŒr SĂ€uglinge ist dabei nicht zu unterschĂ€tzen [3].

So kann es bei Ihnen unter anderem zu Ohr- sowie LungenentzĂŒndungen, Funktionsstörungen des Gehirns und nicht zuletzt Atemstillstand kommen. Gleichzeitig ist eine Impfung von Kindern erst ab dem Alter von 2 Monaten möglich. Und auch dann ist erst nach zwei Impfdosen mit einem ausreichenden Impfschutz zu rechnen [3].

Die Keuchhusten-Impfung der Schwangeren ist also bei einer umfassenden Risiko-AbwĂ€gung mit das Beste, was man fĂŒr die Gesundheit des eigenen Kindes machen kann [3].

In Studien lag die EffektivitĂ€t der mĂŒtterlichen Impfung bei etwa 90%, wenn es darum ging, den SĂ€ugling in den ersten Lebensmonaten vor Pertussis zu schĂŒtzen [3].

4. Weitere wichtige Infos fĂŒr die Keuchhusten-Impfung bei Schwangeren

4.1. Impfempfehlung fĂŒr Kontaktpersonen

Zwar steht die Keuchhusten-Impfung der Schwangeren zum Schutz des Babys an allererster Stelle. Jedoch ist es ratsam, darĂŒber hinaus noch einen Schritt weiterzugehen. Denn trotz aufgebautem Nestschutz (siehe oben) ist das Infektionsrisiko natĂŒrlich nicht bei 0 Prozent. 

Daher empfiehlt es sich, das Ansteckungsrisiko noch weiter zu reduzieren, indem alle engen Kontaktpersonen des Babys, bei denen die letzte Keuchhusten-Impfung ĂŒber 10 Jahre her ist, sich ebenfalls impfen lassen. Dies dann mit mindestens 4 Wochen Abstand zum voraussichtlichen Geburtstermin [1, 2].

So wird die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby ĂŒberhaupt erst mit dem Erreger in Kontakt kommt, wesentlich reduziert.

4.2. Der empfohlene Impfstoff gegen Keuchhusten fĂŒr Schwangere

Bei der Impfung wird ein inaktivierter Impfstoff, also ein Totimpfstoff („Tdap-Impfstoff”) verwendet. Dies bedeutet, dass die Impfung fĂŒr Mutter und Kind – anders als bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen – unbedenklich ist [1].

Das heißt, es kann zu keinerlei Infektion durch den Impfstoff kommen – selbst wenn die betroffene Person nur ĂŒber ein geschwĂ€chtes Immunsystem verfĂŒgt.

Bei gleichzeitiger Indikation zur Poliomyelitis-Impfung kann ein Tdap-IPV-Kombinationsimpfstoff verwendet werden. Die behandelnden Ärzt:innen werden, sollte dieser Fall angezeigt sein, die Schwangere dann darĂŒber informieren und aufklĂ€ren. Da es sich auch hier um einen Totimpfstoff handelt, ist auch dieser Impfstoff fĂŒr Schwangere unbedenklich [4].

4.3. Wer ĂŒbernimmt die Keuchhusten-Impfung fĂŒr Schwangere und deren Kosten?

Die Impfung wird ĂŒblicherweise von den behandelnden Haus- oder Frauen:Ă€rztinnen durchgefĂŒhrt. Mittlerweile handelt es sich um eine Kassenleistung, sodass keinerlei Kosten fĂŒr Schwangere anfallen.

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